Allgemeine Regeln für Mitarbeiter auf der Indianerfreizeit

Wir wünschen uns Mitarbeiter, die eine lebendige Beziehung zu Jesus haben und ihren Alltag nach den Grundsätzen des christlichen Glaubens leben. Weil das bei aller Verschiedenheit der Mitarbeiter unsere gemeinsame Grundlage ist, richten wir uns in unseren Grundsätzen nach der Bibel. Wir sind aber auch offen für Mitarbeiter, die noch keine persönliche Beziehung zu Jesus haben. Voraussetzung: Sie akzeptieren unsere Glaubensgrundsätze und beziehen keine öffentliche Stellung gegen unsere Grundsätze und Beziehung zu Jesus

  • 2 Kor 6,3 „Niemand soll uns persönlich etwas Schlechtes nachsagen können, damit unser Auftrag nicht in Verruf gerät.“

  • 1 Tim 4,12 „Niemand verachte deine Jugend; sondern sei ein Vorbild den Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben und in der Reinheit.“

Viele der Kinder, denen du bei der Arbeit begegnen wirst, werden andere Verhaltensnormen pflegen, als du sie kennst. Wir wollen die Kinder nicht umerziehen, aber wir versuchen, ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Wir wollen, dass für sie an uns sichtbar wird, wie bestimmte Verhaltensgrundsätze das Zusammenleben erleichtern und verschönern.

 

Wir wünschen uns, dass auch du Vorbild bist!

… im Wort

Wenn du den Kindern Gottes Wort weitersagst, dann bedenke, dass das Wasser aus der Quelle erst durch dein Flussbett den Hörer erreicht. Welche Beziehung pflegst du zu Gott? Was hast du mit ihm erlebt? Dies interessiert die Kinder und wird Wirkung haben.

 

… im Wandel

  • Sei Vorbild in der Pünktlichkeit!
    Wenn du zum Frühsport, zu Andachten, Bibelarbeiten, Unternehmungen ... zu spät kommst, werden die Kinder das als normal ansehen und es dir gleichtun. Wenn du pünktlich bist erleichtert das die Arbeit im Mitarbeiterteam und mit den Kindern.
  • Sei Vorbild in der Disziplin!
    Auch dann, wenn du mal keine Lust hast. Den Kindern geht es manchmal auch so und wünschen wir uns dann nicht, dass sie trotzdem diszipliniert sind? Daher: Schwatze möglichst nicht während Ansagen oder Bibelarbeiten, beteilige dich an den geplanten Aktionen, sei bei allen Mahlzeiten dabei und halte dich Hinweise für die Kleidung, z. B. bei Wanderungen.
  • Sei Vorbild in deiner Kleidung!
    Manche Kleidung ist nur darauf ausgerichtet, Blicke auf sich zu ziehen und so gewährt sie auch viele Einblicke. Das finden wir für unsere Arbeit unangemessen. So manche Kinder haben bereits schlechte Erfahrungen mit Sexualität gemacht tragen große seelische Verletzungen mit sich herum. Daher bitten wir dich, dich nicht freizügig anzuziehen, auch nicht bei großer Hitze. Mode spielt bei unserer Arbeit keine Rolle – auch so kannst du den Kindern, die oft einfache Kleidung tragen, die Woche unbeschwerter gestalten. Praktisch und für die jeweilige Tätigkeit angemessen solltest du dich kleiden.
  • Sei Vorbild in deiner Sprechweise!
    Worte können ermutigen, aber ebenso verletzen. Auch da haben die Kinder schlechte Erfahrungen. Wir wollen in dieser Woche auf unsere Sprache und Ausdrucksweise achten. Natürlich können wir von den Kindern nicht verlangen, ihren Sprachschatz innerhalb einer Woche komplett umzustellen. Doch wir können durch unser Vorbild ihren Sprachschatz positiv erweitern und die Wirkung von guten Worten in ihrem Herzen fest verankern! Wir wollen uns Mitarbeitern und den Kindern in freundlicher und angemessener Form sprachlich begegnen.
  • Sei Vorbild in deinem Konsumverhalten!
    Für die Kinder gilt absolutes Rauchverbot- und Alkoholverbot. Wollen wir von den Kindern verlangen, was wir selbst nicht umsetzen? Rauchen und der Genuss von Alkohol auf dem Lager sind auch dir als Mitarbeiter untersagt! In der Woche bietet sich dir die Chance, das Rauchen aufzugeben. Sollte es dir nicht gelingen, verlasse das Lager zum Rauchen und halte dich nicht im Blickfeld der Kinder auf.
  • Sei Vorbild in deinem Ruheverhalten!
    Von den Kindern wünschen wir uns, dass sie schlafen gehen, wenn wir es sagen. Du bist für dich selbst verantwortlich, aber aus unserer Erfahrung heraus raten wir dir dringend, auf ausreichend Schlaf zu achten. Das sollte jedoch nicht deine regelmäßige Abwesenheit bei Abend- und Morgenbesprechungen zur Folge haben. Unsere Woche ist lang und die Arbeit mit den Kindern fordert viel Kraft. Nimm dir rechtzeitig eine Auszeit, wenn du erschöpft bist. Möchtest du dich am Tag zurückziehen, gib anderen Mitarbeitern Bescheid, damit deine Aufgaben übernommen werden können. Dass nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig ausruhen können, ist wohl nicht der Rede wert. Du selbst kennst dich am besten und wir verlassen uns darauf, dass du mir dir sorgsam umgehst.

 

… in der Liebe

  • Manchmal wirst du an die Grenzen deiner Liebe stoßen oder ihnen zumindest ganz nah kommen. Die Liebe zu Gott wird dir Kraft geben, sie zu überwinden, wenn du dich IHM ganz zur Verfügung stellst. Diese Liebe bestimmt unser Handeln.
  • Die Arbeit fordert viel Geduld und Spannkraft. Auch wenn sie unsere Grenzen austesten, wollen wir den Kindern mit Liebe begegnen! Wir vermeiden Überreaktionen, indem wir versuchen, die Situation zu entspannen. Bitte einen anderen Mitarbeiter rechtzeitig, deine Stelle zu übernehmen und vergiss nicht, dir bei Gott Kraft zu holen.
  • Unser Umgang miteinander ist von Respekt, Offenheit und Vertrauen geprägt. Lob und Anerkennung finden in unserer Sprache Ausdruck. Auch Meinungsverschiedenheiten haben ihren Platz, wenn sie den richtigen Rahmen finden. Solltest du Schwierigkeiten haben, sprich das unverzüglich an, am besten allein mit der betreffenden Person oder holt euch ggf. Hilfe bei Dritten. Unausgesprochene Differenzen spiegeln sich deutlich in der Stimmung und das können wir uns in dieser Woche nicht leisten. Deine Kraft brauchst du für die Kinder.
  • Aus der gegenseitigen Achtung erwächst auch der Mut zur Korrektur. Niemand macht immer alles richtig. Wir alle wollen voneinander lernen und uns in diesem Prozess gegenseitig unterstützen. Dafür ist Korrekturbereitschaft unverzichtbar! Nimm dir Kritik und gute Ratschläge zu Herzen – dein Gegenüber will dich nicht bloßstellen, sondern unterstützen. Mit ein wenig Erfahrung kannst auch dir mutig sein und anderen angemessene Hinweise geben.

 

… im Glauben

  • Kinder suchen nach Vorbildern, die echt sind! Lege deine Masken ab, dann kannst du den Kindern wirklich begegnen. Fordere von den Kindern nicht mehr, als du selbst bereit bist, zu tun. Sei ehrlich mit dir selbst und sei, wie du bist!
  • Lauter als jeder gute Vortrag spricht dein Leben. Erzähle von deinem Glauben! Was hast du mit Gott erlebt? Wie kam es zu deiner Entscheidung, mit Jesus zu leben? Was hat sich bisher verändert? Wie betest du? Wie liest du in deiner Bibel? Was hilft dir zum Glaubenswachstum? Und enthalte den Kindern nicht vor, dass das Leben auch für Christen noch Herausforderungen und Schwierigkeiten bereithält.

 

… in der Reinheit

Hier legen wir besonderen Wert auf zwei Punkte: den Kontakt unter den Mitarbeitern und zu den Kindern.

  • Zum Mitarbeiterteam gehören häufig auch (verheiratete) Paare. Wir freuen uns über ihre Mitarbeit und dass ihnen gemeinsam die Arbeit am Herzen liegt. Sie können den Kindern ein Vorbild sein, wie eine Beziehung respekt- und liebevoll geführt wird. Allerdings wünschen wir uns, dass sie sich in der Woche im öffentlichen Austausch von Zärtlichkeiten zurückhalten. Auch entstehende Partnerschaften sollen nicht im Zentrum der Woche stehen. Du solltest dich ganz auf die Arbeit mit den Kindern konzentrieren.
  • Im Kontakt zu den Kindern achten wir sehr darauf, das richtige Maß an Nähe und Distanz zu schaffen. Wir wollen den Kindern das Gefühl geben, dass sie wertgeschätzt sind und ihnen ein normales Maß an körperlicher Nähe nicht vorenthalten.
  • Mit deiner Mitarbeit verpflichtest du dich, Intimsphäre, Schamgefühl und individuelles Grenzempfinden der Kinder wahr und ernst zu nehmen. Du erkennst an, dass jeder Mensch ein Individuum mit eigener Persönlichkeit ist und respektierst ihren Willen. Die dir übertragene Verantwortung in deiner Mitarbeit missbrauchst du nicht für sexuelle Kontakte zu den dir anvertrauten Kindern. Gegen gewalttätiges, diskriminierendes, rassistisches und sexistisches Verhalten solltest du Stellung beziehen. Sollten Mitarbeiter sich entgegen diesem Kodex verhalten, musst du dies unverzüglich ansprechen. Um Missverständnissen oder falschen Anschuldigungen vorzubeugen verlassen wir das Lager nie allein mit einem Kind. In den Kindern unterschiedlichen Alters entstehen verschiedene Wünsche und Phantasien. Daher wollen wir Mitarbeiter besonders in Bezug auf das andere Geschlecht achtsam sein. Wir Erwachsenen müssen Stopp sagen! Auch Körperkontakt, der von den Kindern selbst gesucht wurde, kann schnell in sexuelle Phantasien abrutschen, besonders, wenn die Kinder Missbrauch erlebt haben. Neben sexuellen Übergriffen (z.B. ungewollte Berührungen, Küsse, Vergewaltigung) gehören auch Handlungen ohne Körperkontakt wie z.B. heimliches Beobachten beim Umkleiden und andere Grenzverletzungen z.B. verbaler Art („Du hast aber geile Titten!“, „Du schwuler Wichser!“) zu den absoluten Tabus! Die Regeln für die „sichere Gemeinde“ sind verbindliche Grundlage unseres Handelns.

 

Gal. 6, 17 „Haltet euch daran, und macht mir nicht noch mehr Mühe.“

 

Sonstiges:

Hinweise für die Mahlzeiten (nicht nur für das Küchenteam)

  • Toilettengänge und Händewaschen sind vorher zu erledigen.
  • Alle Kinder und MA sind bei den Mahlzeiten anwesend (Ausnahme ggf. Kaffeetrinken).
  • Die MA achten auf eine gute Tischgemeinschaft. Sie setzen sich zwischen die Kinder, damit in Ruhe gegessen werden kann (mindestens zwei Mitarbeiter pro Tisch).
  • Die Mahlzeiten werden durch ein gemeinsames Gebet eröffnet und gemeinsam beendet. Die Kinder haben während der gesamten Zeit am Tisch zu sitzen.
  • Die MA achten darauf, dass jedes Kind nach Möglichkeit etwas isst! (Magersucht, Zahnschmerzen...) Jeder soll sich nur so viel nehmen, wie er essen kann – lieber nachholen.

Hinweise für Autofahrten (nicht nur für MTOs)

  • Fahren darf nur, wer eine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Fahrzeuge müssen in einem betriebssicheren Zustand sein.
  • Auf den Bedarf von Kindersitzen hat der Fahrer zu achten. Alle Insassen müssen angegurtet sein.
  • Häufig ist es sinnvoll, die Kinder darauf hinzuweisen, bei Übelkeit rechtzeitig Bescheid zu sagen sowie mit einer Tüte vorzusorgen.

 

Überarbeitet für Sachsen-Anhalt von Torsten Drößler und Hans-Joachim Schwan.
Original vom GJW Sachsen „Mitarbeiterunterlagen Tipps für Mitarbeiter“. Verfasser: Ester Nico, Christian Meile und Leitungskreis.